Auf einen Blick:
Betreuung
Eine attraktive Stadt muss familienfreundlich sein. Familienfreundlich wird sie, wenn genügend Kindergarten- und Ganztagsplätze vorhanden sind, sodass beide Elternteile berufstätig sein können.
Erbpacht
Grundstückspreise sind enorm – wenn überhaupt Bauplätze verfügbar sind. Neue Wege, wie die Grundstücksvergabe auf Erbpachtbasis helfen, den Druck auf dem Markt zu verringern und ermöglichen mehr Menschen den Traum von den eigenen vier Wänden.
Zersiedlung
Ortsrandlagen sind oft beliebter als Zentrumslagen. Wir müssen darauf achten, die Dorfzentren zu erhalten und den Leerstand zu bekämpfen.
Lassen sich Immobilien im Zentrum attraktiver machen, wenn Bauvorschriften im Einzelfall außer Acht gelassen werden dürfen?
Ganztag garantiert?
Vom Wartelisten-Frust zum Betreuungs-Plus.
Das Problem mit der Betreuung
Die Preise für Mieten und Bauland steigen stetig – wenn überhaupt Wohnungen und Grundstücke verfügbar sind. Es ist mittlerweile nichts Neues mehr, dass ein Einkommen nicht mehr ausreicht, um gut in Erftstadt leben zu können.
Oft können aber nicht beide Elternteile zu gleichen Teilen arbeiten, weil die Betreuungsangebote für Kinder vor Ort nicht ausreichen. Das setzt Eltern besonders unter Druck: Sie können nur arbeiten, wenn sie wissen, dass ihre Kinder im Kindergarten oder in der Ganztagsbetreuung der Schule gut aufgehoben sind.
Freie Plätze sind oft knapp, und Wartelisten sind lang. Das stellt viele vor Herausforderungen: Wie soll man steigende Wohn- und Lebenshaltungskosten stemmen, wenn gleichzeitig passende Betreuungsangebote fehlen?
Deshalb brauchen wir vor Ort ausreichend Ganztagsplätze in Kindergärten und Grundschulen.
Die Erweiterung des Kindergartens in Gymnich wird gerade umgesetzt. Dadurch entstehen neue Betreuungsplätze. Das ist gut, und darüber freuen wir uns sehr. Aber wir dürfen den Anschluss jetzt nicht verlieren. Wir müssen frühzeitig reagieren, wenn absehbar wird, dass auch die neu geschaffenen Kapazitäten nicht mehr ausreichen, um lange Wartezeiten auf einen Betreuungsplatz zu vermeiden.
Anders sieht es noch beim Ganztagsangebot an Grundschulen aus. Der ab 2026 geltende Rechtsanspruch auf einen Platz an einer offenen Ganztagsschule wird den Kampf um freie Plätze noch einmal deutlich verschärfen.
Wir müssen deshalb den Ausbau des offenen Ganztags weiter voranbringen. Auch wenn es für die Stadt eine große Herausforderung sein wird, ab 2026 dem Rechtsanspruch auf eine Ganztagsbetreuung in jedem Fall gerecht zu werden, müssen wir unser Möglichstes tun, damit wir wirklich eine familienfreundliche Stadt werden!
Und der Wohnraum?
Gerade haben wir es schon festgehalten: Mieten und Grundstückspreise steigen immer weiter – wenn überhaupt Grundstücke zu bekommen sind.
Der Platz in Erftstadt ist endlich. Wir haben in den vergangenen Jahren in vielen Teilen der Stadt neue Wohn- und Gewerbegebiete ausgewiesen. Aber haben wir diesen Platz auch klug genutzt?
Die verfügbare Fläche in Erftstadt sollte zuerst den Erftstädtern zugutekommen – und das geht am besten durch eine kluge Nutzung.
Bei der Vergabe von Gewerbegrundstücken sollte darauf geachtet werden, dass sie an kleine und mittelständische Betriebe vergeben werden, die gute Arbeitsplätze nach Erftstadt bringen.
Flächen für die Wohnbebauung sollten über Erbpachtverträge vergeben werden. So schaffen wir es, die Preise für Grundstücke zu senken, und gleichzeitig sind Flächen nicht für alle Zeit verloren.
Verändern sich die Lebensumstände eines Hauseigentümers, zum Beispiel wenn die Kinder ausziehen oder sich die Lebensumstände verändern, kann das Grundstück dank der Pachtverträge an neue, junge Familien weitergegeben werden, ohne dass der Eigentümer hohe Verluste in Kauf nehmen oder langwierige Kaufverhandlungen führen muss.
Gleichzeitig können wir nicht davon ausgehen, immer neue Bebauungsflächen ausweisen zu können – und wir müssen eine Zersiedelung verhindern.
Gymnich ist in den letzten Jahrzehnten stark gewachsen, aber vor allem in die Fläche. Neue Wohn- und Gewerbegebiete wurden am Ortsrand ausgewiesen, aber was passiert mit dem Ortskern? Im schlimmsten Fall verödet er.
Dann kann es passieren, dass das einst geschäftige Zentrum von Gymnich nicht mehr attraktiv ist und an Komfort verliert, wenn trotz zentraler Wohnlage immer weitere Wege zum Arzt oder zum Einkaufen nötig sind.
Um neben den Neubaugebieten am Ortsrand auch den Ortskern nicht zu vernachlässigen, müssen wir neue, alternative Wege gehen.
Es gilt zu prüfen, ob im Einzelfall Bauvorschriften außer Acht gelassen werden können, um die Ortskerne wiederzubeleben und attraktiv zu halten.