Dorfleben

Hier hört der Spaß auf

Ein Kind steht vor einem abgesperrten Spielgerät auf einem Spielplatz in Gymnich

Warum unsere Spielplätze verfallen – und was das über den Zustand der Stadt verrät

Es ist ein trauriges Bild, das sich in Gymnich und vielen anderen Teilen Erftstadts zeigt:
Rot-weißes Flatterband, gesperrte Rutschen, abmontierte Schaukeln – und Kinder, die ratlos danebenstehen.
Manche Spielplätze sind seit Monaten „vorübergehend“ geschlossen. Andere wurden ganz aufgegeben. Wieder andere verkommen still vor sich hin.

Was hier fehlt, ist nicht nur ein bisschen Farbe oder ein Ersatzteil – es fehlt der Wille, Kinder in dieser Stadt ernst zu nehmen.

Wenn die Spielgeräte rosten, rostet auch das Vertrauen
Natürlich kann mal etwas kaputtgehen. Natürlich braucht ein Spielplatz Wartung. Aber wenn über Jahre hinweg kein Geld und keine Priorität da ist, um Spielgeräte zu pflegen oder auszutauschen, dann ist das kein bedauerlicher Einzelfall mehr – dann ist das System.

Ein System, in dem die Bedürfnisse von Familien, Kindern und jungen Menschen hinter Haushaltsdisziplin, Bürokratie und Vergabechaos zurückstehen.

Gymnich besonders betroffen – aber kein Einzelfall
In Gymnich ist die Lage besonders sichtbar: Ganze Spielbereiche sind dauerhaft gesperrt. Eltern berichten, dass sie auf andere Ortsteile ausweichen müssen – mit dem Auto, wohlgemerkt. Was bleibt den Kindern? Gar nichts. Oder bestenfalls eine öde Wiese.

Und Gymnich ist nicht allein. Auch in anderen Stadtteilen wurden Spielgeräte abgebaut, nicht ersetzt oder mit Warnhinweisen „entschärft“. Das Problem existiert stadtweit – und es wird mit jedem gesperrten Gerät größer.

Spielplätze sind kein Luxus – sie sind Grundversorgung
Wer denkt, Spielplätze seien nette Extras, hat nicht verstanden, worum es geht.
Sie sind Treffpunkte. Bewegungsräume. Orte des Miteinanders.
Gerade in Zeiten, in denen Kinder ohnehin zu viel sitzen, Familien unter Druck stehen, Privat- und Berufsleben zu vereinbaren und soziale Räume verschwinden, sind gute Spielplätze wichtiger denn je.

Ich fordere daher:

  • Eine vollständige Bestandsaufnahme aller Spielplätze in Erftstadt – mit klaren Prioritäten für Sanierung und Neubau
  • Ein Sofortprogramm für gesperrte Anlagen, damit Kinder nicht jahrelang auf Ersatz warten
  • Beteiligung von Eltern und Kindern bei der Planung: Niemand weiß besser, was gebraucht wird
  • Verlässliche Wartungsbudgets, die nicht bei jeder Haushaltsdebatte wackeln
  • Spielplätze als Teil der sozialen Infrastruktur begreifen – nicht als letztes Anhängsel

Hier hört der Spaß auf! Das ist ein politischer Ernstfall.
Wenn eine Stadt nicht einmal in der Lage ist, für ihre jüngsten Bewohner sichere Spielräume zu schaffen, müssen wir uns fragen, wo eigentlich die Prioritäten liegen.

Wir sagen: Erftstadt muss raus aus der Abwärtsspirale des Verfalls. Und das beginnt mit einem einfachen, aber deutlichen Zeichen: Lasst unsere Kinder wieder spielen.

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