
Die Folge: Jugendliche „hängen rum“, weichen auf Supermarktparkplätze oder dunkle Ecken aus – und bekommen dafür dann auch noch den Stempel „Problemgruppe“. Dabei ist das eigentliche Problem nicht ihr Verhalten, sondern das Verhalten der Stadt gegenüber ihrer Jugend.
Kürzungen beim Jugendbudget – falsches Signal zur falschen Zeit
Es ist frustrierend zu sehen, wie das Jugendbudget in Erftstadt Jahr für Jahr weiter zusammengestrichen wird. Während andere Städte investieren, kürzen wir. Während junge Menschen Orte und Möglichkeiten suchen und ihnen in anderen Städten Flächen sogar extra angeboten werden, wird ihnen bei uns in Erftstadt der Teppich unter den Füßen weggezogen.
Ich bin damit nicht einverstanden. Wer behauptet, Jugend sei die Zukunft muss das auch zeigen. Mit Taten, nicht nur mit schönen Worten im Wahlkampf.
Pump-Track: Keine neue Idee – aber vielleicht ein guter Anfang
In Gesprächen mit Gymnicher Bürgern kam mehrfach ein Vorschlag auf, der mich zum Nachdenken gebracht hat: Ein sogenannter Pump-Track – also ein asphaltierter Rundkurs für Fahrräder, Skateboards und Scooter.
Wichtig ist mir dabei zu betonen: Das war nicht meine Idee. Und genau deshalb gefällt sie mir – weil sie aus der Mitte des Dorfes kommt. Von jungen Menschen, von Eltern, von Engagierten, die sehen, was fehlt.
Solche Ideen verdienen Aufmerksamkeit, keine Ablehnung mit Verweis auf Haushaltsdisziplin.
Reden wir miteinander – nicht nur übereinander
Ich möchte den Vorschlag zum Anlass nehmen, um einen echten Dialog mit den Gymnicher Jugendlichen und ihren Familien zu beginnen. Und dafür schlage ich vor, eine Bürgerwerkstatt zu gründen – ähnlich wie in anderen Städten, wo Verwaltung, Politik und Zivilgesellschaft auf Augenhöhe zusammenkommen.
Ein solcher Beteiligungsprozess schafft nicht nur Akzeptanz für Projekte wie einen Pump-Track, sondern macht junge Menschen selbst zu Gestalterinnen und Gestaltern ihres Lebensraums.
Jugendpolitik ist keine Nebensache
Wir brauchen in Erftstadt:
- Jugendtreffpunkte in jedem Stadtteil, nicht nur ein zentrales Angebot irgendwo im Nirgendwo
- Offene, niedrigschwellige Angebote, die nicht an Vereinsmitgliedschaften gebunden sind, aber eng mit den örtlichen Vereinen zusammenarbeiten
- Ein ernst gemeintes Jugendbudget, das nicht zur Kürzungsmasse im Haushalt wird
- Beteiligung statt Bevormundung – echte Mitsprache für junge Menschen
Denn wer die Jugend hat, hat die Zukunft – aber wer sie ignoriert, verliert sie.