
Aber: Sicherheit ist keine Momentaufnahme. Und schon gar kein Grund, sich zurückzulehnen.
Herrig war ein Warnschuss – und er kam nicht leise
Die starken Regenfälle der letzten Wochen haben es erneut gezeigt: Das nächste Hochwasser wartet nicht auf Einladungen. In Herrig liefen Keller voll, Straßen standen unter Wasser – und das bei weitem nicht bei einem „Jahrhundertereignis“. Was passiert also, wenn es bei uns einmal richtig regnet? Wenn Starkregen auf trockene Böden trifft oder der kleine Bach sich plötzlich in einen reißenden Strom verwandelt?
Solche Ereignisse sind längst keine Ausnahme mehr. Sie werden mehr und mehr zum Teil einer Realität, auf die wir vorbereitet sein müssen.
Gymnich im Fokus: Die kleine Erft nicht unterschätzen
In Gymnich fließt die „kleine Erft“ oft still und unscheinbar dahin. Doch sie birgt ein gewaltiges Risiko, wenn der Pegel plötzlich steigt. Die SPD Erftstadt fordert deshalb: Auch hier in Gymnich muss der Hochwasserschutz konsequent weiterentwickelt werden. Es reicht eben nicht, nur die großen Fließgewässer im Blick zu haben. Gerade kleine Zuflüsse wie die „kleine Erft“ können bei Starkregen schnell zur Gefahr werden – vor allem, wenn Rückhalteflächen fehlen oder vernachlässigt wurden.
Hochwasserschutz braucht Konsequenz – und Voraussicht
Die SPD Erftstadt begrüßt ausdrücklich die bisherigen Maßnahmen der Stadtverwaltung – aber wir mahnen an, dass der Job noch längst nicht erledigt ist. Klimaschutz und Klimafolgenanpassung dürfen nicht auf halber Strecke stoppen. Deshalb fordern wir:
- Risikobewertung und Monitoring auch an kleineren Gewässern wie der kleinen Erft
- Frühwarnsysteme, die auch auf lokale Starkregenereignisse zugeschnitten sind
- Konkrete Schutzkonzepte für Gymnich und alle betroffenen Ortsteile, nicht erst bei Alarmstufe Rot
- Stärkere Bürgerbeteiligung und Aufklärung, z. B. durch Informationsveranstaltungen und digitale Karten für Gefahrenzonen
- Keine weitere Flächenversiegelung in kritischen Gebieten – der beste Hochwasserschutz beginnt mit guter Bauplanung
Verantwortung endet nicht an der Uferkante
Hochwasserschutz ist keine rein technische Aufgabe. Er ist eine Gemeinschaftsleistung aus Politik, Verwaltung, Bürgerschaft – und manchmal auch aus unbequemen Entscheidungen. Aber klar ist: Wenn wir jetzt nicht dranbleiben, wird es uns später teuer zu stehen kommen.
Denn wenn es bei uns mal richtig regnet, dann zählt jede Maßnahme, die wir vorher getroffen haben. Und jede, die wir versäumt haben.